Social Web, was ist das eigentlich...
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In der letzten Zeit häufen sich die Anfragen von Studenten, die im Bereich Social Media ihre Bachelorarbeit schreiben wollen oder bereits dran sitzen. Gerne stehe ich für solche Anfragen bereit und freue mich über das rege Interesse. In diesen Interviews taucht dann auch des Öfteren die Frage auf:
Was ist Social Media?
Vor weg – es ist kein neuer Trend, kein Hype, kein sonstwas zweinulliges. Wie es die Überschrift schon durchblicken lässt – die Ansätze des Social Web gab es schon bei unseren Vorvorvorvorfahren.
Damals, vor wirklich sehr langer Zeit, traf man sich am Lagerfeuer. Warum? Man tauschte sich aus (Informationen), handelte mit Güter (Handel), redete über dies und das – über Gott und die Welt ging es damals noch nicht – (Kommunikation) oder malte an Wände oder in den Sand (Bildung/Kultur). Das einzige was sich geändert hat, ist die Reichweite. Waren es damals vielleicht 30 – 40 Menschen, die sich an einer Feuerstelle getroffen haben, so tummeln sich im Social Web Millionen von Menschen und jeder, der eine Möglichkeit hat ins World Wide Web zu gelangen, hat (theoretisch gesehen) die Möglichkeit, auf alles zuzugreifen.
Genau das greift Social Media auf – in Form von Tools, oder wie ich zu sagen pflege: Förmchen. Das Internet ist (m)ein Sandkasten und ich habe die passenden Förmchen – habe ich es nicht, wird eins entwickelt.
Die Tools, bzw. die Förmchen für Social Media sind derzeit:
- Photo-/Video Sharing Portale
- die Blogosphäre
- Microblogging Dienste
- RSS
- Widgets/Gadgets
- Social Networks
- Vod-/Vid-/Podcast
- Social Commerce Portale
Wie man merkt handelt es sich um technische Lösungen, die Informationen, Handel, Kommunikation und Bildung/Kultur für sich bündeln und einer breiten Masse zur Verfügung stellen.
Jetzt kann man das ganze noch weiter auf die Spitze treiben. Sammelt man nun von jedem Tool/Förmchen die Informationen (den sogenannten Stream) - das kann man sich wie einen Trichter vorstellen - so kommen neue Medieninhalte heraus. Das Buzzword hierfür ist MashUps bzw. einfach Aggregator – dem ein oder anderen auch sicher schon mal im Netz begegnet. Zum Beispiel kann man mit Hilfe von Google Maps Anfahrtsbeschreibungen auf die eigene Seite einbinden oder verschiedenste YouTube Videos zu einem neuen zusammensetzen.
Das Medium, dessen sich Social Web und Social Media bedienen, ist das Internet, das mobile Internet oder andere Möglichkeiten, Zugang zum World Wide Web zu erhalten.
Das ist - für mich - das Social Web und mit ihm seine Tools/Förmchen, Social Media. Und um den Marketinggedanken, der nun mal auch in mir steckt Folge zu leisten, Social Media und Marketing bedeutet allgemein:
Relevanz schaffen – Reichweite generieren!
Einfach, aber dennoch treffend auf den Punkt gebracht, denn:
wer Relevanz schafft – und das ist sehr individuell - der erlangt auch eine, auch hier wieder für ihn individuelle, Reichweite. Derzeit gibt es noch keine echten Kennzahlen für Social Media, also nicht wie im klassischen Online Marketing. Eine Kennzahl wird derzeit entwickelt/erforscht, erste Ansatzmöglichkeiten hat die Arbeitsgemeinschaft Social Media erarbeitet, mehr dazu vor Ort.
Anhand von twitter versuche ich das ganze mal zu verdeutlichen.
twitter als Mircoblogging Dienst erlangte Relevanz, als ein twitter User ein Bild vom abgestürzten Flugzeug im Hudson River fotografierte und es twitterte – Quelle: http://twitpic.com/135xa
Das Bild schaffte es um die Welt, nicht nur das sich das Ereignis wie ein Lauffeuer verbreitet hat, via twitter, aber auch via eMail, Instant Messanging, etc. , sondern wurde auch von diversen Online Medien aufgegriffen, denn es war das erste Bild vom Unglück. Auch klassische Medien, TV und Print, bedienten sich dessen.
Will heissen:
Ein völlig Unbekannter schaffte es durch Relevanz - ein Ereignis festgehalten in Bild und Text, das er (in diesem Beispiel) via Microblogging publiziert hat, eine enorme Reichweite zu generieren.
Das ist natürlich jetzt ein Beispiel mit enormer Ausbreitung, aber wie bereits geschrieben, Relevanz und Reichweite ist sehr individuell. Es gibt Foren, Portale oder Social Networks die sich dem Thema ihrer zuckerkranken Katzen widmen, da ist die Reichweite weit weniger als im Falle eines Flugzeugunglückes – aber für die Gruppe Menschen ist eine Plattform geschaffen worden, im Form eines Portales, Forums, Blogs (ihre Relevanz - Zuckerkrankekatzen) und haben, die für sich gesehen, eine “grosse” Reichweite.
Quelle: Blog von Heiko Ditges (Posted by Heiko Ditges on April 5, 2009 at 5:01 pm)

